Die instrumentelle Samenübertragung beim Hund

1. Definition

Bei der instrumentellen Samenübertragung (auch „künstliche Besamung“ (KB) genannt) werden Samenzellen des Rüden in die Scheide oder in die Gebärmutter der Hündin gebracht.

2. Samengewinnung und -untersuchung

Durch kurze und intensive Friktionsbewegungen wird der Rüde möglichst in Anwesenheit einer läufigen Hündin stimuliert. Sobald die Erektion beginnt, wird die Vorhaut hinter den knotenartigen Schwellkörper des Penis geschoben und mit Daumen und Zeigefinger eine Ring gebildet, der das Hängen des Rüden simuliert und die vollständige Ejakulation stimuliert.
Ziel der Samenentnahme ist es, die 2. Phase des Ejakulates vollständig aufzufangen und damit möglichst viele Spermatozoen zu gewinnen. Der Versuch das Vorsekret von der Hauptphase zu trennen ist kontraproduktiv, da die Menge an Vorsekret starken Schwankungen unterliegt und dabei Samenzellen für die Übertragung verloren gehen könnten.
Es bringt keinen Vorteil, die gesamte Ejakulation abzuwarten. Sobald klare Prostataflüssigkeit abgesetzt wird, kann die Samenentnahme abgebrochen werden.
Für eine Erfolg versprechende Samenübertragung sollen mindestens 100 Millionen (besser mehr als 150 Millionen) vorwärts bewegliche Spermatozoen übertragen werden. Es gibt auch Einschätzungen, dass die Grenze zur optimalen Fruchtbarkeit und Welpenzahl bei 250 Mio. Spermatozoen pro Belegung angesetzt werden sollte.
Bei der Samenuntersuchung direkt im Anschluss an die Entnahme wird Vorwärtsbeweglichkeit und Dichte bestimmt. Daraus ergibt sich die Gesamtzahl vorwärtsbeweglicher Spermatozoen im aufgefangenen Ejakulat.
Aus dem Körpergewicht der Hündin wird das geplante Inseminationsvolumen abgeleitet, das zwischen ½ und 4 ml liegt. Um das Inseminationsvolumen herzustellen muss das aufgefangene Ejakulat eventuell zentrifugiert werden.

3. Arten der Samenübertragung

Im Umgang mit Rüdensamen werden drei Arten unterschieden: Frischsamenübertragung, gekühlter Samen und Tiefgefriersamen.
Bei der Frischsamenübertragung wird direkt nach Entnahme des Samens dieser direkt in die Hündin übertragen. Meist erfolgt keine Verdünnung oder Zentrifugation.
Gekühlter Samen wird nach der Entnahme zentrifugiert, verdünnt und für eine Übertragung innerhalb der folgenden zwei bis 3 (bis 5) Tage haltbar gemacht. Nach einer Aufbereitungszeit von zwei bis drei Stunden kann der Samen bei einer Temperatur zwischen 4°C und 7 °C verschickt oder transportiert werden.
Tiefgefriersamen ist in der Herstellung deutlich aufwändiger, der Samen kann allerdings beliebig lange (100 Jahre) gelagert werden, bevor er zum Einsatz kommt.

4. Ort der Samenablage:

Samen kann bei der Hündin tief vaginal oder in die Gebärmutter deponiert werden. Unter Beachtung der anatomischen Gegebenheiten ist die tief vaginale Samenübertragung eine Technik, die an Instrumentarium, Einarbeitungszeit und Geschicklichkeit deutlich weniger Ansprüche stellt als die intrauterine Samenübertragung. In einer Untersuchung von Linde-Forsberg (2001) konnte allerdings gezeigt werden, dass unabhängig von der Samenart die Ergebnisse bei intrauteriner Besamung um mindestens 17% besser sind als bei tief vaginaler Besamung.

5. Befruchtungschancen bei instrumenteller Samenübertragung

Die Angaben zu den Befruchtungsergebnissen nach instrumenteller Samenübertragung variieren sehr stark. In einem Überblick über eine sehr große Zahl an Samenübertragungen wurden bei intrauteriner Samenübertragung von Frischsamen (n= 1333)und gekühltem Samen (n=388) jeweils etwas mehr als 65% Trächtigkeiten erzielt und bei Tiefgefriersamen (n=320)52%.
Bei neueren Arbeiten werden deutlich bessere Ergebnisse erzielt, wobei auch die Tiefgefriersamenübertragung über 70% Trächtigkeiten erzielt (Thomassen und Mitarb. 2001: TG-Samen intrauterin, 71% (n=305); Linde-Forsberg und Mitarb., 1999: TG-Samen intrauterin, 84,4% (n=167)). In einer eigenen Gegenüberstellung haben von 15 endoskopisch mit TG-Samen besamten Hündinnen 11 (73%)geworfen und von 15 chirurgisch übertragenen Hündinnen 12 (80%). Bei den verschiedenen Arbeiten wird auch deutlich, dass die Fruchtbarkeit rassespezifischen Unterschieden unterliegt. Während beispielsweise bei der Tiefgefriersamenübertragung bei Greyhounds wiederholt von mehr 85% Trächtigkeiten berichtet wird, erreichen Retriever günstigenfalls 75% bis 80%. Damit nähern sich die Ergebnisse der instrumentellen Samenübertragung denen beim Natursprung an.
Als entscheidender Faktor muss hier wohl die verbesserte Ovulationsdiagnostik durch exakte Progesteronwertbestimmung im Serum der Hündin während der Läufigkeit gesehen werden, da Tiefgefriersamen nur eine kurze Lebensdauer hat.

6. Technik der Samenübertragung

1) Präzervikale (tief vaginale) Samenübertragung

Bei dieser Technik wird unter Umgehung der Harnröhre (Urethra) eine Besamungspipette oder eine Besamungskatheter möglichst weit in die Scheide vorgeführt und der Samen dort deponiert. Nach einer Untersuchung werden durch die Verwendung des sogenannten „Osiris“-Katheters, bei dem durch einen Ballon der Rückfluss des Samens verhindert werden soll, keine besseren Ergebnisse erzielt als unter Verwendung einer einfachen Besamungspipette aus Kunststoff. Meist wird empfohlen, die hintere Körperhälfte der Hündin nach der Samenübertragung hoch zu lagern um einen Rückfluss des Samens zu verhindern. Es gibt allerdings eine Untersuchung, nach der diese Maßnahme die Befruchtungsergebnisse nicht steigert.

2) Intrauterine Samenübertragung

Um den Samen direkt in die Gebärmutter deponieren zu können gibt es den Norwegischen (Skandinavischen) Katheter, der aus einem Metallkatheter mit atraumatisch geformter Spitze und einer Kunststoffröhre besteht, durch die der Katheter vorgeführt werden kann. Der Vorteil dieser Methode besteht in der guten Anwendbarkeit vor allem auch bei kleinen Hunderassen. Als Nachteil muss die Einarbeitungszeit angesehen werden. Falls man den Katheter vor dem Auftauen von Tiefgefriersamen intrauterin positioniert, ist das Risiko, dass er wieder aus dem Uterus rutscht größer als bei der endoskopischen Methode. Ferner sieht der begleitende Tierhalter oder Besitzer nicht, wie der Katheter in der Gebärmutter zu liegen kommt.
Bei der endoskopischen Samenübertragung wird ein starres Endoskop entlang der Scheide direkt vor den Muttermund geschoben und ein flexibler Katheter über den Arbeitskanal des Endoskopes unter Sichtkontrolle durch den Muttermund in die Gebärmutter eingeführt. Der Vorteil der Methode besteht darin, dass der Sitz des Katheters sowohl durch den Tierarzt als auch durch den Halter direkt optisch kontrolliert werden kann. Auch während einer Wartezeit bis tiefgefrorener Samen aufgetaut ist oder während der Samenübertragung bleibt der Sitz des Katheters kontrollierbar. Nachteilig sind die hohen Anschaffungskosten und die Tatsache, dass bei einzelnen Hündinnen (meist nur unter 5 – 8 kg Körpergewicht) der vordere Teil der Scheide möglicherweise zu eng ist, um das Endoskop bis zum Muttermund vorzuschieben.
Beide Methoden werden im Normalfall ohne Beruhigung oder Narkose der Hündin durchgeführt. Bei besonderer Empfindlichkeit der Hündin im Genitalbereich können allerdings diese Maßnahmen nötig werden.

Die chirurgische Samenübertragung erfolgt in Vollnarkose. Über einen Bauchschnitt gelangt man an die beiden Gebärmutterhörner, in die der Samen durch einen dünnen Katheter (Venenkatheter) injiziert wird. Bei dieser Methode wird eine geringere Zahl an Samenzellen für die Befruchtung benötigt. Sie kann aber im Verlauf einer Läufigkeit nicht wiederholt werden, ist kostenintensiv und wird teilweise als ethisch bedenklich angesehen. In manchen Ländern ist dieser Eingriff verboten.

5. Vorbereitung der Hündin zur Samenübertragung

5.1. Der gesunde Hund: Basis für erfolgreiche Zucht

Eine gute Zuchtleistung kann nur erbracht werden, wenn die zur Zucht verwendeten Tiere hinsichtlich Physis und Psyche gesund sind. Zunächst ist die rassegemäße Haltung und die Ernährung in Qualität und Quantität zu nennen. Impfungen im Zeitraum zwischen 4 Monaten bis 4 Wochen vor der Läufigkeit und eine Entwurmung zu Beginn der Läufigkeit können empfohlen werden. Immer häufiger wird auf die Bedeutung einer Blut- und Urinuntersuchung im Rahmen der allgemeinen Gesundheitsvorsorge hingewiesen.
Übermäßiger Stress, wie beispielsweise der Transport im Flugzeug, kann die LH (Luteinisierungshormon)-Ausschüttung vermindern oder verzögern, wodurch der Zyklus der Hündin gestört und die Fruchtbarkeit gemindert werden kann. Über die Auswirkungen von Stress durch unklare soziale Strukturen im Rudel oder im Zusammenleben mit den Menschen ist bislang wenig bekannt. Ein Einfluss auf die Fruchtbarkeit ist zu vermuten.

5.2. Gynäkologische Gesundheit

Die Zuchtreife ist bei den meisten Rassen im Alter von 2 Jahren erreicht. Bis dahin liegen in der Regel Daten über die ersten Läufigkeiten vor. Die Abstände zwischen den Läufigkeiten sollen (abgesehen von rassespezifischen Abweichungen)nicht kürzer als 4 Monate und nicht länger als 9 – 10 Monate sein. Die Läufigkeit sollte zwei bis drei Wochen, aber nicht länger als 4 Wochen dauern. Auch ausgeprägte Scheinträchtigkeiten schließen eine Zuchtnutzung nicht von vorn herein aus.

5.3. Genetische Gesundheit

Eine steigende Zahl an Untersuchungen ermöglicht es, immer mehr Informationen über die genetische Gesundheit der Zuchttiere zu erfahren. Informationen über zuchtrelevante Tests werden über die jeweiligen Zuchtwarte des Rassezuchtverbandes weiter gegeben.
Es ist eine der größten Herausforderungen dieser Zeit an unsere Rassehundezuchtverbände, geeignete Selektionskriterien für ihre Zuchttiere zu erstellen.
Zu viel Anforderungen an die Haltung und die Diagnostik zuchtrelevanter Kriterien begrenzt die Zuchtpopulation auf wenige reiche Züchter, die alle Maßnahmen zahlen können, wodurch die ohnehin bei den meisten Hunderassen sehr begrenzte Populationsgröße noch weiter sinken würde.
Zu wenig Diagnostik verkennt die Chancen der modernen Medizin und setzt die Gesundheit der Rasse aufs Spiel. Es gibt bisher kein erwiesenermaßen erfolgreiches Rezept zur Gesunderhaltung einer Hunderasse. Die Maßnahmen müssen individuell auf die Situation in den einzelnen Rassen zugeschnitten werden, wobei sie sich immer nach der effektiven Populationsgröße richten müssen.

5.4. Gynäkologische Untersuchung zu Beginn der Läufigkeit , in der gedeckt werden soll

Vor allem bei Erstlingshündinnen kann durch eine vaginoskopische Untersuchung sichergestellt werden, dass keine Veränderungen im Scheidenvorhof oder in der Scheide der Hündin vorliegen. Der Nutzen einer routinemäßigen bakteriologischen Untersuchung zu Beginn der Läufigkeit ohne klinische Symptome ist trotz vieler Versuche wissenschaftlich nicht belegt. Auch hinsichtlich des Nutzens einer antibiotischen, oder einer lokal, vaginalen antiseptischen Behandlung der Hündin während der Läufigkeit gibt es kontroverse Aussagen. Die einzige Deckseuche beim Hund ist die Brucellose (Brucella canis), die seit vielen Jahren in Deutschland nicht nachgewiesen wurde.
Ubiquitär vorkommende Keime sind einerseits regelmäßig in der Scheide der Hündin anzutreffen, spielen meist aber auch bei Aborten oder Welpenerkrankungen eine Rolle. Man kann wohl davon ausgehen, dass ein niedriger Infektionsdruck durch Umgebungskeime sich günstig auf die Fruchtbarkeit auswirkt und umgekehrt.

5.5. Erkennung des Ovulationstages anhand des Progesteronprofils

Erst etwa zwei bis vier Tage nach den Eisprüngen (Ovulation) kann beim Hund die Befruchtung stattfinden, da die Keimzellen als tierartliche Besonderheit noch eine Zellteilung, die 2. Reifeteilung durchlaufen müssen. Daher ist der Tag der Eisprünge entscheidend für die Ermittlung der geeigneten Decktage der Hündin. Am Tag der Eisprünge erreicht der Progesteronwert im Serum der Hündin zwischen 4 und 10 ng/ml.
Die Dauer der fertilen Periode hängt neben der Zeit der Befruchtungsfähigkeit der Eizellen (2-3- Tage)vor allem von der Befruchtungsfähigkeit der Samenzellen ab. Frischsamen ist bis zu 7 Tage (und länger) befruchtungsfähig, gekühlter Samen etwa 3 bis 5 Tage, und Tiefgefriersamen nur einige Stunden bis etwa einen Tag lang.
Die beste Fruchtbarkeit kann bei einem Deckakt oder einer Samenübertragung 3 Tage nach den Eisprüngen erwartet werden, wobei die beste Deckbereitschaft der Hündin bei individuellen Abweichungen eher am ersten oder zweiten Tag nach den Eisprüngen liegt.

6. Gründe für die Samenübertragung

Frischsamen

6.1. Keine Vergewaltigung bei problematischem Deckverhalten

Bislang sind dem Autor keine statistischen Auswertungen über das Deckverhalten beim Hund bekannt. Allerdings gibt es Rassen oder wenigstens bestimmte Linien in einigen Rassen, bei denen den Hündinnen, die erstmalig belegt werden, entweder der Hymenalbereich manuell unter Schmerzen geweitet wird oder während des Deckaktes der Fang mit „Tape“ geschlossen wird, damit sie die Rüden nicht verletzen können.
Seitens erfahrener Züchter gibt es ein umfangreiches Repertoire an Tipps und Maßnahmen, die ergriffen werden können, wenn es bei einer Anpaarung Probleme mit dem Deckverhalten gibt. Es soll der Penis dirigiert werden, der Rüde soll von hinten gehalten werden, Strohballen werden eingesetzt, Hilfspersonen stehen vor, seitlich und über der Hündin und vieles mehr. Man hört auch immer wieder davon, dass Züchter die instrumentelle Samenübertragung selbst vornehmen.
Meiner Überzeugung nach sollte es bei einer züchterisch interessanten Anpaarung nur die Alternative zwischen freiem Decken (Natursprung) oder professioneller instrumenteller Samenübertragung (künstlicher Besamung) geben.

6.2. Hilfe bei unklarem Zyklus der Hündin oder fraglicher Fertilität des Rüden

Bei rassespezifischen Unterschieden kann man davon ausgehen, dass mindestens 25% der natürlichen Deckakte erfolglos bleiben. Schnell gerät ein Rüde in den Verdacht unfruchtbar oder „subfertil“ zu sein. Dieser Verdacht wird meist mit dem Verdacht erwidert, dass der Zyklus der Hündin nicht normal war oder einfach der falsche Decktag vorlag.
Durch tierärztliche Begleitung, vor allem im Rahmen der instrumentellen Samenübertragung, werden Ergebnisse der Samenuntersuchung und Progesteronwerte etc. erhoben und dokumentiert, die rationale Einschätzungen der Zusammenhänge beim Ausbleiben einer Trächtigkeit ermöglichen. Auch weiterführende Untersuchungen können im Bedarfsfall zügig eingeleitet werden.

6.3. Schutz des Rüden vor Deckinfektionen

Die einzige Deckseuche beim Hund ist die Brucellose (durch Brucella canis verursacht), die seit Jahren in Deutschland nicht mehr diagnostiziert wurde. Dennoch können eine Reihe anderer Erreger die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen. Auch eine bakteriologische Untersuchung eines Scheidenabstriches der Hündin vor dem Deckakt kann nicht vor Infektionen wie Mykoplasmen, Ureoplasmen, Herpesviren, oder Leptospirose schützen, da diese Erreger bei der Routineuntersuchung nicht erkannt werden. Dagegen ist die Samenübertragung ein sehr sicherer Schutz des Rüden vor möglichen Infektionen, die beim Deckakt übertragen werden.

Gekühlter Samen

6.4. Nationaler und internationaler Transport möglich.

Gekühlter Samen kann zur Bedeckung während der ersten drei bis vier Tage nach Samenentnahme verschickt werden. Dies ist für den nationalen Bedarf kein Problem und oft auch international eine Option.
Ferner kann Samen gewonnen und gekühlt verschickt werden, um ihn an anderer Stelle zu Tiefgefriersamen aufbereiten zu lassen.

Tiefgefriersamen

6.5. „Versicherung“ gegen Unfälle und Tod

Durch schicksalhafte Vorfälle, aber auch durch das natürliche Alter endet die Fortpflanzungsfähigkeit eines Rüden. Meist kann auf mehrere Nachkommen zurückgegriffen werden, um die Anlagen zu erhalten und das Erbe dieses Rüden in der weiteren Zucht zu erhalten. Falls diese Nachfahren aber fehlen, bietet ein Samendepot die Möglichkeit, auch nach dem Tod des Rüden auf seine Anlagen zurückzugreifen.

6.5. Deckeinsatz auch dann, wenn sich der wahre Zuchtwert erst nach Jahren herausstellt

Es gibt Hunderassen, bei denen eine Zucht auf das Merkmal „Langlebigkeit“ erwünscht wäre. Erweisen sich die Nachkommen eines Deckrüden als besonders langlebig, wird er allerdings nicht mehr für die Zucht zur Verfügung stehen. Die Tiefgefriersamenkonservierung bietet in diesem Falle eine überzeugende Lösung des Problems.

6.6. Deckeinsatz nach Decklimitierung

Ein sinnvolles Mittel zur Zucht in kleinen Populationen ist der anfangs limitierte Deckeinsatz der männlichen Tiere. Erst wenn die Nachzucht den Erwartungen entspricht, oder sie übertrifft, wird das Vatertier zur weiteren Zucht freigegeben. In der Hundezucht besteht das Problem, dass die Informationen über die Nachzucht erst spät in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen und der Rüde dann schon an der Grenze seines zuchtfähigen Alters sein kann. Auch hier bietet die Tiefgefrierkonservierung von Rüdensamen eine gute Möglichkeit, das Erbgut zu bewahren.

6.7. Nationaler und internationaler Samentransport ist möglich

Der Versand von Tiefgefriersamen kann inzwischen weltweit vorgenommen werden. Unter Berücksichtigung der jeweiligen Importbestimmungen kann Rüdensamen fast in jedes Land verschickt werden. Während der Transport in manche Länder sehr zügig und einfach zu organisieren ist, wird bei anderen Ländern ein erheblicher organisatorischer und finanzieller Aufwand nötig, um alle Bestimmungen genau einzuhalten. Der Versand sollte daher bei unklaren Verhältnissen mindestens 6 Monate vor einer möglichen Belegung der Hündin eingeleitet werden.

Zusammenfassung

Die instrumentelle Samenübertragung beim Hund ist inzwischen, wie bei den meisten anderen Tierarten, ein praxisreifes Verfahren, das dort, wo Nachfrage besteht, auch eingesetzt werden kann. Als positiver Nebeneffekt kann gewertet werden, dass Zykluseigenheiten der Hündin oder Samenbesonderheiten des Rüden schnell erkannt werden und Konsequenzen gezogen werden können. In welche Richtung sich eine Rasse in Zukunft weiterentwickelt wird nicht durch die Technik der Anpaarung entschieden, sondern durch ver-antwortungsbewusste und weitsichtige Entscheidungen hinsichtlich der Auswahl der Deckpartner (Selektion).

© 2008 beim Verfasser:
Dr. Konrad Blendinger

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